So steigern Sie die WordPress-Performance auf allen Ebenen

Die Performance von WordPress zu erhöhen, war lange Zeit eine Arbeit mit den sich nur Experten beschäftigt haben. Aber spätestens seit dem die Ladegeschwindigkeit einer Seite in die Rankingkriterien von Google einfließen, stellt sich jeder Blogbetreiber die Frage, wie Sie WordPress beschleunigen können.Um die Performance von WordPress zu verbessern, gibt es verschiedene Stellschrauben. Ich habe hier die Tipps und Tricks der Profis gebündelt und in Kategorien eingeteilt. Lernen Sie, was Sie beachten müssen, um Ihren Content, Ihr Template, Ihre Plug-In-Auswahl, und Ihre Datenbank zu optimieren, damit WordPress schneller lädt.

WordPress-Performance Optimierung - Vorher Pagespeed messen

Um quantitative Ergebnisse ihrer Optimierungen zu erhalten, sollten Sie eine Analyse ihres Systems durchführen. Zwar werden die im Folgenden aufgeführten Tipps auf jeden Fall die Ladedauer von WordPress beschleunigen, aber wenn Sie messen, können Sie ihre Kollegen erklären, was Sie den ganzen Tag gemacht haben und wie stark WordPress optimiert worden ist :-).Hier sind einige Tools, um die Ladezeit von WordPress zu messen.

Content optimieren - Schnellere Seitenaufbau im Browser

Wenn wir von Contentoptimierung sprechen, wird dadurch natürlich nicht WordPress schneller, sondern die Darstellung der Seite im Browser. Viele optimieren WordPress bis in die kleinsten Winkel und vergessen dabei, dass WordPress nur die eine Seite der Medaille ist. Die andere Seite ist, was im Browser passiert. Wenn beispielsweise eine Grafik zu groß ist, ein Video in einem Iframe geladen wird oder ein JavaScript die Darstellung der Inhalte verlangsamt, dann hat der Benutzer trotzdem eine schlechte Benutzererfahrung. Das hat dann auch nichts damit zu tun, dass WordPress langsam ist.Steve Souders erklärt in seinem Standardwerk "High Performance Web Sites", dass lediglich 10 - 20 % der Zeit für das Downloaden des eigentlichen HTML-Codes benötigt wird. Der Rest der Zeit wird dafür verwendet, die restlichen Komponenten der Seite wie JavaScript-, Grafik- oder CSS-Dateien zu laden. Machen Sie ihr WordPress schneller indem Sie:
  1. Grafiken optimieren.
    • Entscheiden Sie sich zwischen PNG oder JPG.
    • Komprimieren Sie ihre Bilder.
    • Wenn Ihre Grafik nur in einem Beitrag verwendet wird, können Sie diese Grafik Base64-codiert direkt in den Content einbringen. So sparen Sie HTTP-Requests ein. Dies macht beispielsweise Google.
  2. Videos optimieren.
    • Deuten Sie ein Video mit einem Vorschaubild an, statt es direkt einzubinden.
    • Wählen Sie eine geeignete Auflösung in Abhängigkeit vom Inhalt. bitte nicht immer Full-HD.
  3. Sozial-Share-Buttons via iframe vermeiden: Immer wenn Sie Sozial-Share-Buttons z. B. das like-Button von Facebook via IFrame einbinden werden zahlreiche JavaScript-, CSS- und Grafik-Dateien geladen. Zudem werden Cookies ihrer Besucher an Facebook und Co gesendet. Verwenden Sie statt das direkte Einbinden dieser Buttons Vorschaubilder, die nach einem Klick diese Buttons laden. So erhöhen Sie die Performance und gleichzeitig den Datenschutz für ihre Leser.

Programmcode und Template optimieren - Performance von WordPress steigern

Es gibt mittlerweile so viele Templates und was die meisten gemeinsam haben, ist dass Sie alle "Alleskönner" geworden sind. Je mehr Funktionen, desto mehr Datenbankabfragen, desto mehr Rechenaufwand und desto höhere Komplexität der Templates. Alles Dinge die wir bei der Beschleunigung von WordPress reduzieren wollen. Grundsätzlich sollte sich jeder Blogbetreiber fragen, welche dieser zahlreichen Funktionen wirklich seinen Blog aufwerten. Eine nicht benötigte Funktion ist lediglich eine Last die man schnellstens loswerden sollte. Erhöhen Sie die Ladegeschwindigkeit von WordPress in dem Sie
  1. Schlanke Templates verwenden.
  2. Überflüssige Widgets entfernen. (Das Meta-Widget ist definitiv einer dieser Kandidaten.)
  3. CSS-Dateien besser mittels <link>, statt mit @import einbinden.
  4. JavaScript-Dateien ganz am Ende eines HTML-Dokuments einbinden. (Wenn dies nicht möglich ist, Schritt 5 beachten.)
  5. Beim Einbinden von JavaScript-Dateien das defer-Attribut oder das Async-Attribut setzen, um das Rendern der Seite zu beschleunigen.
  6. Mehrere JavaScript- oder CSS-Dateien zu einer zusammenfassen, sofern möglich.
  7. Optimal wäre noch, wenn statische Ressourcen wie Bilder, CSS- und JavaScript-Dateien von einen Content Delivery Network (CDN) ausgeliefert werden würden.
Und weil Google Perfektion liebt, empfehlen Sie folgendes. Wenn eine große CSS-Datei geladen werden muss, sollen diese Bestandteile der CSS-Datei die für das Layout des oberen, ohne Scrollen sichtbaren Seitenbereichs verantwortlich sind, in den Head als Inline-CSS eingebunden werden, während das Laden der CSS im Sidebar erfolgt. Hiermit soll verhindert werden, dass das Rendern der Seite blockiert wird. Ich halte diese Variante aus folgenden Gründen allerdings nicht für besonders empfehlenswert:
  • Der Quellcode der HTML-Datei wird hierdurch größer.
  • Der Browser hat keine Caching-Möglichkeit.
  • Wenn die gleichen Bestandteile in mehreren Dateien kopiert werden, verstößt man gegen eines der wichtigsten Prinzipien der Programmierung, nämlich die Wartbarkeit des Codes zu bewahren.
Zu Punkt 2: Wenn ein Browser eine CSS-Datei lädt, wird dieser im Cache gehalten, um beim nächsten Anzeigen der Seite auf diese CSS-Datei zurückzugreifen. Wenn der Code allerdings direkt im HTML-Kopf ausgeliefert wird, kann der Browser dies nicht cachen, weil er korrekterweise davon ausgehen muss, dass diese Layoutangaben sich nur auf diese Seite beziehen.Googles Variante macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man die Einstiegsseite weitestgehend optimieren möchte. Wenn der Fall eintrifft, dass der Nutzer mehrere Seiten besucht, ist in Summe alles aus einer CSS-Datei laden zu lassen besser.

Plug-Ins reduzieren - WordPress schneller machen

Um Wordpress langsam laufen zu lassen, gibt es einen bewährten Trick: Installieren Sie so viele Plug-Ins wie nur irgendwie möglich. Wenn Sie bereits eine benötigte Funktionalität haben, ist es empfohlen noch drei weitere Plug-Ins mit gleicher oder identischer Funktionalität zu installieren. Nein, Spaß bei Seite. Plug-Ins sind die Primärquelle für Performance-Einbußen. Gründe hierfür sind unter Anderem:
  • Jedes Plug-In verbraucht Ressourcen.
  • Mit der Anzahl der Plug-Ins steigt die Wahrscheinlichkeit dass 2 Plug-Ins sich gegenseitig ausbremsen.
  • Während der Wordpress-Core-Code von mehreren Experten gesichtet wird, bevor es ins Core aufgenommen wird, werden Wordpress-Plug-Ins keinerlei Sicherheits- oder Performancetests von Drittpersonen unterzogen. Anders gesagt, jeder der will, kann ein Plug-In anbieten. Wie gut dieses Plug-In ist, liegt in der Hand des Entwicklers oder des Entwicklerteams.
Und hier sind die Tipps, wie Sie ihr WordPress schneller machen, indem Sie folgende Schritte bei ihrer Plug-In-Auswahl abarbeiten.
  1. Sparsamkeit bei Plug-Ins: Überlegen Sie, welche Funktionalitäten Sie wirklich benötigen. Nicht benötigte Plug-Ins deinstallieren und löschen Sie am besten direkt.
  2. Vermeidung von doppelter Funktionalität: Bevor Sie auf die Suche für ein neues Plug-In gehen, Überlegen Sie, ob nicht bereits einer ihrer anderen Plug-Ins diese Funktion zur Verfügung stellt.
  3. Sicherheit- und Performance-Recherche: Wenn Sie ein Plug-In gefunden haben, dann recherchieren Sie, welche Erfahrungen andere User mit diesem Plug-In gemacht haben.
  4. Installation auf einer Testinstanz: Installieren Sie das Plug-In auf einer Backupinstanz ihres WordPress-Blogs. Der Blog sollte genau so wie ihr Originalblog konfiguriert sein. D. H. alle Plug-Ins, Templates und Einstellungen müssen gleich sein, damit Sie eventuelle negative Veränderungen direkt feststellen können.
Und ja, wenn Sie alle diese Schritte durchhaben, haben Sie dann auch keine Lust so viele Plug-Ins zu installieren, richtig? Gut, Ziel erreicht. Je weniger Plug-Ins, desto schneller ihr WordPress. Ein Caching Plug-In ist allerdings Pflicht für die Performance-Steigerung von WordPress. Es gibt sehr viele Plug-Ins zum Cachen. Ich habe gute Erfahrungen mit Cachify von Sergej Müller gemacht. Für kleinere bis mittelgroße Projekte empfehle ich dieses Plug-In. Andere Plug-Ins sind noch Wp Super Cache, W3 Total Cache und Wp Rocket (kostenpflichtig).

Datenbank optimieren - WordPress beschleunigen

Die Datenbank ist eine Schlüsselgröße für die Performance jeder Webanwendung. Bei jedem Seitenaufbau gehen viele - meistens zu viele - Anfragen an die Datenbank. Grundsätzlich fängt die Performance-Optimierung schon bei der Programmierung an. Je performanceorientierter programmiert wird, desto mehr wird darauf geachtet, SQL-Querys einzusparen. Darum ist es wichtig, die Plug-Ins auf Performance zu testen (siehe oben). Ein Tool, womit Sie die Anzahl und die Performance von Querys testen können ist WordPress › Query Monitor.Wenn Sie ein gutes Cache-Plug-In verwenden, werden Sie bereits jede Menge Datenbankabfragen eingespart haben. Um ihre WordPress-Datenbank zu optimieren und zu entlasten, arbeiten Sie folgende Schritte ab:
  • Optimierung der Datenbank: Durch den Befehl OPTIMIZE TABLE 'Tabellenname', geben Sie MySQL die Anweisung diese Tabelle zu optimieren. Hierbei wird nicht benötigter Speicherplatz freigegeben und, viel wichtiger, die Daten werden auf der Festplatte analog wie bei einer Defragmentierung reorganisiert. Somit können Daten schneller gelesen werden. Diesen OPTIMIZE Befehl können Sie über PHPMyAdmin oder einfacher über Plug-Ins wie beispielsweise WP-Optimize ausführen lassen.
  • Artikelrevisionen löschen oder direkt abschalten: Artikelrevisionen werden von WordPress automatisch angelegt. Sie dienen als Backup, falls Sie auf eine frühere Version ihres Artikels zurückgreifen wollen. Oder falls ihr Browser abstürzt, während Sie am schreiben sind. Das Problem dieser Revisionen ist, dass Sie a) im Hintergrund alle 60 Sekunden abgespeichert werden und b) in der Datenbank bleiben, auch nachdem man mit dem Artikel schon lange fertig ist. Wenn Sie wie ich arbeiten und ihren Artikel erst offline schreiben, empfehle ich Ihnen diese Revisionen abzuschalten.
  • Datenbank bereinigen: Löschen Sie alles, was Sie nicht mehr benötigen. Hierzu zählen leere Kategorien, nicht mehr gebrauchte Tags, Spamkommentare, nicht benötigte Artikelentwürfe, Artikel im Papierkorb, nicht benötigte Menüs und so weiter.
  • Optimierung der Permalink-Struktur: WordPress bietet Ihnen die Möglichkeit das Aussehen ihrer Links anzupassen. Die beliebteste Form ist es, Den Post-Namen als Link zu verwenden,  z. B. beispiel.de/neuer_blogeintrag. Allerdings bringt dies WordPress in die Situation, mehr Rechenaufwand zu verwenden, um an die richtige Artikel-Id zu kommen. Bei kleineren Seiten und Seiten, die ein gutes Cache haben, mag dies noch kein Problem sein, aber wenn die Datenbank größer wird, wird dies definitiv einen Performance-Unterschied machen. Da man Permalinkstrukturen im Nachhinein nicht mehr ohne größeren Aufwand ändern kann - denken Sie an die Links, die zu Ihnen zeigen - ist es wichtig sich über die Permalinkstruktur Gedanken zu machen. Empfohlen wird, Ihre Permalinks nicht mit %category%, %tag%, %postname%, oder %author% zu beginnen, insbesondere dann nicht, wenn Sie viele Pages (Seiten) anlegen möchten. Empfohlen wird, ihre Permalinks folgendermaßen aufzubauen /%post_id%/%postname%. So haben Sie die Post_ID für das schnelle Auffinden und den Titel (slug) für die SEO.
Fazit: WordPress optimieren kann man auf verschiedenen Ebenen. Setzen Sie alle Schritte um, haben Sie eine sehr schnelle WordPress-Instanz. In der Regel reicht es, wenn Sie ein gutes Caching-Plug-In, eine saubere Datenbank, ein gutes Template und - sehr wichtig - nicht zu viele Plug-Ins im Einsatz haben. Mit diesem Artikel haben Sie hoffentlich jetzt eine Anleitung zu Hand, der Ihnen hilft Schritt für Schritt die Performance ihres Wordpress-Blogs auf verschiedenen Ebenen zu erhöhen.

Quellenverzeichnis

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  • Ladegeschwindigkeit von WordPress verbessern
  • Langsames WordPress

Mohammed Malekzadeh

Mohammed Malekzadeh studierte Informatik mit dem Schwerpunkt Webentwicklung und Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Online-Marketing. Auf passion-for-code.de schreibt er über Themen die Ihn bewegen - Softwareentwicklung und Online-Marketing.

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